23.04.04 – Freitag
– Abend
Während
des Auftrittes begann sich das Gehör zusehends unwohl zu
fühlen. Eines der anderen Gehöre warf ihm sorgenvolle
Blicke zu und fragte des Öfteren nach dessen Befinden. Dumm
wie es war, wiegelte es die Sache als unbedenklich ab. Es brachte das
Haupthaar seiner menschlichen Hülle gehörig
durcheinander, amüsierte sich obgleich der aufkommenden
Schmerzen in seinem Innern. Die Stöpsel hatte es in der Hektik
vergessen, aber was sollte auch diesmal so schlimm daran sein.
Die letzte
Zugabe fiel und als sich das Gehör danach umschaute, war der
Raum erfüllt von Leere und gelangweilten Gesichtern.
Schulterzuckend verließ die Gruppe das Lokal und kehrte zum
Parkplatz zurück.
Dort
angekommen mussten die restlichen vier Gehöre, die
mittlerweile stark alkoholisiert waren, andere leicht gestörte
Gehöre anpöbeln, sodass es beinahe zu
Handgreiflichkeiten gekommen wäre. So langsam wurde es dem
Gehör kalt und seine Hülle bekam zusätzlich
Schmerzen im Rücken. Zum Aufbruch wurde gedrängt.
Während
der Fahrt verhielten sich alle ruhig im Auto und angenehme Musik
dudelte aus dem Radio.
Als sie
gerade D. passierten, wurde das Gehör darauf aufmerksam
gemacht, dass das Gehör O. wohl gerade mit seinem Mageninhalt
kämpfte. Es riss das Autor herum zu dem zum Glück in
der Nähe liegenden Parkplatz. Das Gehör T. sprang
todesmutig aus dem Wagen und man sah O. nur noch benebelt auf der
Rückbank zur Seite fallen, sodass sein Kopf aus dem Auto ragte
und ihn alles verließ, worauf er nicht mehr unbedingt
angewiesen war.
Kurze Zeit
später endete die Fahrt zuhause, nachdem alle anderen
Gehöre sicher verwahrt vor ihren Haustüren abgesetzt
worden waren.
Das
Gehör fiel sofort in einen angenehmen Schlaf, nachdem sein
Mensch den Kopf auf dessen Kissen bettete.